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Kurzinfos für Stadion-Neulinge

Menschen, die zum ersten mal in ihrem Leben ein Eishockeyspiel in Freiburg besuchen, haben vorab meist folgende Fragen:

„Wann finden die Heimspiele / das nächste Heimspiel statt?“ Den Spielplan mit allen Heimspielen gibt’s hier.

„In welcher Liga spielen die denn überhaupt, und wo stehen sie in der Tabelle?“ Der EHC Freiburg ist am Ende der Saison 2014/2015 als deutscher Oberligameister in die zweithöchste Spielklasse, die DEL2, aufgestiegen. Die aktuelle Tabelle gibt’s hier.

„Dann kämpfen die gerade um den Klassenerhalt? Ist das nicht langweilig?“ Eishockey ist nie langweilig, das ist ja das Gute daran. Die grundsätzliche Action in diesem Sport ist ein Selbstläufer, sogar dann, wenn die Ergebnisse einer Mannschaft mal als Wackelpudding daherkommen.

„Was kostet eine Eintrittskarte?“ Zwischen 8 und 30 Euro – alle Preise hier.

„Wo und wie bekomme ich ein Ticket?“ Online nach sehr kurzer Registrierung für alle Heimspiele im voraus hier (Bezahlung per Paypal) oder direkt vor Ort an der Stadionkasse der Franz-Siegel-Halle.

„Wo finde ich einen Parkplatz?“ Direkt gegenüber vom Eisstadion in der Ensisheimer Str. 1 gibt es einen großen, öffentlichen Parkplatz. Außerdem steht das sehr nahe Parkhaus der Westarkaden in der Breisacher Str. 149 zur Verfügung.

„Wieviele Zuschauer kommen im Schnitt zu den EHC-Heimspielen?“ Der Zuschauerschnitt liegt etwa bei 2.000 Besuchern; die Franz-Siegel-Halle fasst maximal 3.500 Zuschauer. Der exakte Besucherschnitt der laufenden Saison findet sich stets aktuell hier.

„Ist Eishockey nicht unheimlich brutal?“ Nein, eben nicht. Während in der nordamerikanischen Profi-Liga NHL Schlägereien als „Unterhaltungsfaktor“ zum Eishockey dazugehören, sind das bei uns in Deutschland eher unerwünschte Ausnahmen, die hart bestraft werden. Verletzungen im Spielgeschehen sind nicht häufiger oder schwerwiegender als zum Beispiel im Fußball, da die Spieler durch ihre Schutzkleidung sehr gut geschützt sind. Da in den letzten Jahren neue Regeln hinzugekommen sind, die zum Beispiel Checks gegen die Bande, gegen den Kopf oder von hinten schwer bestrafen, gibt es markant weniger Verletzungen. Gecheckt, also körperlich angegriffen werden darf ohnehin nur der eine Spieler, der gerade den Puck hat. Bei allen anderen ist dies nicht erlaubt.

„Die Fans sind ziemliche Rowdies, oder?“ Nein, gar nicht. Eishockey-Fans sind grundsätzlich erstaunlich friedliebend. Ich habe gut ein Dutzend Eishockeyweltmeisterschaften in ganz Europa besucht, bei denen im Umfeld der Spiele fast immer Fans aus allen Ländern friedlich ihr Bier miteinander tranken und kaum Polizei im Einsatz war. Auch in Freiburg geht es beim Eishockey unter den Zuschauern fast ausnahmslos friedlich zu. Im Freiburger Publikum sind extrem viele Familien, weibliche Fans und Kinder, die dann auch nach fast jedem Spiel in großer Zahl an die Bande kommen, um die Spieler bei der Ehrenrunde abzuklatschen. Und dabei trägt oft auch so mancher Spieler ein Kind auf dem Arm über das Eis.

„Gibt es beim Eishockey auch Abseits?“ Ja, wenn der Puck erst nach einem angreifenden Spieler die blaue Linie zum Eisflächendrittel des Gegners überquert. Dann gibt es einen Scheibeneinwurf durch den Schiedsrichter. Aber das geht nicht von der Zeit ab, weil diese gestoppt, also bei Spielunterbrechungen angehalten wird.

„Ich kenne doch die Regeln gar nicht, da macht mir das sicher keinen Spaß?“ Klar macht das Spaß, allein vom Hinschauen und von der Stimmung im Stadion! Und mangelnde Regelkenntnis macht nichts, denn Eishockey-Fans sind kontaktfreudig und sprechen gern über ihren Sport. Neulinge werden von Sitz- oder Stehplatznachbarn freundlich willkommen geheißen und gern zu Regeln und dem Geschehen auf dem Eis informiert. Fällt ein Tor für die eigene Mannschaft, so gerät diese Aufklärung allerdings kurz ins Stocken…

„Was genau soll denn am Eishockey so toll sein?“ Eishockeyspieler bestreiten drei Sportarten gleichzeitig: Schlittschuhlaufen, Hockeyspielen und körperliche Zweikämpfe führen, und all das in einem enorm hohen Tempo. Dazu ist das eisige Spielfeld nah an den Zuschauern, und durch die Enge der Eisfläche kommt es auch bei weniger guten Spielen zu ungezählten Torchancen und viel Action. Eishockey kann von seiner ganzen Anlage her kaum langweilig sein. Und wenn es gut ist, dann geht da richtig die Post ab…

Nach dem erstmaligen Besuch eines Eishockeyspiels in Freiburg erhalte ich oftmals folgende Rückmeldungen:

„Das geht so schnell.“ Stimmt, Eishockey ist der schnellste Mannschaftssport der Welt. Wenn man dem folgen kann, ist das dementsprechend ein Wahnsinns-Kick.

„Ich habe den Puck kaum gesehen.“ Das ist normal und geht jedem erstmaligen Besucher so, eben weil das Spiel so schnell und der schwarze Hartgummi-Puck relativ klein ist. Mehr als drei Spiele braucht es zum Glück nicht, um die Sehgewohnheiten anzupassen, und bis dahin machen auch Regelkenntnis und emotionale Anteilnahme galoppierende Fortschritte – versprochen.

„Das war so kalt.“ Ja, das Freiburger Eisstadion ist alt und lässt sich nicht beheizen. Das Wohlfühl-Geheimnis für Zuschauer lautet, sich warm anzuziehen, ohne Kompromisse. Eine lange Unterhose, gefütterte Stiefel, eine Sitzunterlage und eine warme Skijacke lassen die Kälte vergessen – so einfach ist das. Nur darf man das eben nicht ignorieren. Im Stadion selbst bieten zudem die Fanshops alles feil, was das Zuschauerherz wärmer schlagen lässt. In den Pausen gibt es heiße Getränke und Speisen; und je mehr Menschen in der Halle sind, desto höher die Temperatur. Nach dem dritten Spiel spätestens bringt dieser Sport ohnehin das Innenleben auf Touren, da geht es nun mal heiß her auf der Eisfläche, grundsätzlich und fortwährend, wie in kaum einer anderen Sportart, und alle Zuschauer sind schön nah dran.

„Ich würde gern selbst auch mal Schlittschuhlaufen – geht das?“ Ja klar, mehrmals täglich, im sogenannten „Publikumslauf“, dem öffentlichen Eislauf in Freiburg. Die Zeiten finden sich hier, Schlittschuhe kann man mitbringen oder vor Ort ausleihen.